Nachdem alle sich in der Räumlichkeit des Mastul in der Liebenwalder Straße
auf Sesseln, Sofas und Klappstühlen zu einer Runde zusammengefunden hatten,
gab es eine nette Begrüßung und eine Übersicht über die anstehenden Themen. 
Die locker-flockige Vorstellrunde nahm mir meine Sorge, die einzige
Anfängerin dort zu sein. Es waren erfahrene Piraten, aber auch frisch
gebackene, Interessierte und Reinschnupperer dabei.
Totale Transparenz und vor allem offener Umgang mit Wissenslücken wurden mir
hier absolut bestätigt.
Obwohl ich aus einer Politikerfamilie stamme, oder vielleicht gerade
deshalb, bin ich bisher vor Politik eher geflüchtet, was mir leider viele
solcher Wissenslücken einbrachte.
Für gewöhnlich hält man sich mit Fragen, die einen dumm dastehen lassen
könnten eher bedeckt, was einen Einstieg nicht gerade erleichtert.
In der Crewrunde wurde sogar dazu aufgefordert zu fragen, wenn man etwas
nicht versteht. Die lockere Atmosphäre führte auch schnell dazu, dass sich
getraut wurde zu fragen, was denn zum Beispiel eigentlich ein "Blog" ist.
Dinge konnten mit "Kram" "Dings" und "Gedöns" umschrieben werden, ohne
empörte oder herablassende Blicke dafür zu kassieren.
Auch wurde zwischendurch in die Runde gefragt, ob man diese oder jene
Hintergründe nocheinmal erklären solle, worauf meistens eine große Anzahl
nickender Köpfe antwortete.

Ich war begeistert davon, wie jeder, ob Pirat oder nicht, Einwände und
Vorschläge einbringen konnte, die dann geklärt oder diskutiert wurden.
Wenn Diskussionen zu weit ausgeholt wurden, oder sich von den abzuhandelnden
Themen zu weit entfernten, wurde auf Möglichkeiten verwiesen wie und wo jene
Fragen geklärt werden können (ob im Netz, über bestimmte zuständige Personen
oder beim nächsten Treffen) und die Aufmerksamkeit wurde zurück auf die
eigentlichen Punkte gelenkt.
Von Durcheinander oder gar Chaos keine Spur. Die Crewkapitänin hatte den
Diskussionsverlauf souverän im Griff.

Wenn ich auch mit der vielschichtigen Transparenz, die aus Wiki, Websites,
Blogs, Pads, Mailinglisten und Twitter besteht, etwas überladen wurde, bin
ich doch mit einem sehr viel besseren Plan gegangen, als ich gekommen war.
Ich bin mehr als zufrieden nach Hause marschiert und werde ab jetzt
regelmäßig an den Crewtreffen teilnehmen.

Franka Mehl

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