Schluss mit den subjektiven Meinungsbildern zu den Sitzkieseln. Noch kann beim weiteren Ausbau weitere Geldverschwendung vermieden werden. PIRATEN Berlin-Mitte fordern die Evaluierung der Sitzkiesel.

Mit der Umgestaltung des Ottoparks bzw. des kleinen Tiergartens wurden statt Bänken an verschiedenen Stellen sogenannte Sitzkiesel aufgestellt. Nach Abschluss des Parkumbaus werden im Ottopark und kleiner Tiergarten 11 Sitzkiesel im Wert von insgesamt rund 360.000 EUR aufgestellt sein.

Auch wenn die Kosten pro Quadratmeter für den Parkumbau innerhalb des Richtwertes sind, stellt sich weiter die Frage, ob ein Betonklotz sinnvoller als eine Sitzbank oder andere preiswertere Lösungen ist.

Michael Konrad, Bezirksbeauftragter der Piratenpartei Berlin Mitte, zu den Sitzkieseln:

Mehrfach wurde die Aufstellung der Sitzkiesel durch Anwohnerinnen und Akteure hinterfragt. Es wurde zwischen Bezirksamt und den Akteuren vor Ort um Bäume gefeilscht, aber die Kiesel wurden nicht in Frage gestellt.
Noch weiß niemand, wie die Sitzkiesel angenommen werden – die Einwände der Anwohner werden vom Bezirksamt in keiner Weise ernst genommen.
Nach wie vor gibt es keine Wirtschaftslichkeitsberechnung durch das Bezirksamt.

Die PIRATEN haben folgenden Antrag (1860/IV)[1] Antrag in die Bezirksverordnetenversammlung Mitte am 22. Januar 2015 eingebracht:

  • Das Bezirksamt wird ersucht, zu prüfen, ob und inwieweit die sich im
    Park befindlichen Sitzkiesel seitens der AnwohnerInnen angenommen
    werden. Dem Bezirksamt ist hierbei freigestellt, wie es die Prüfung
    vornimmt (zum Beispiel: Zählung, Umfrage).

Alexander Freitag[2], Fraktionsvorsitzender der PIRATEN in Berlin-Mite begründet den jetzt eingebrachten Antrag:

Berichten der Anwohner nach werden die Sitzkiesel nur marginal genutzt. Vereinzelt ist anscheinend nicht bekannt, dass es sich bei den Betonklötzen nicht um Kunst, sondern um Sitzmöglichkeiten handelt. Werden die Sitzkiesel nicht genutzt, so war ihr Kauf Geldverschwendung. Geld, das ich persönlich lieber bei der Sanierung der Schultoiletten gesehen hätte.

Wir appelieren an alle Fraktionen, diesen Antrag zu unterstützen, damit endlich Klarheit zur Causa Sitzkiesel besteht.

Alexander Kraus, Vorsitzender des Bundes der Steuerzahler Berlin e.V.[3] sagt zu den Sitzkieseln:

Aus Sicht des Bundes der Steuerzahler sollte […] nicht allein auf die Frage Akzeptanz bei den Bürgern abgestellt werden, sondern insbesondere auch die Frage der Wirtschaftlichkeit im Sinne der Landeshaushaltsordnung betrachtet werden.

Es kann schließlich nicht Aufgabe des Steuerzahlers sein, für die künstlerische Verwirklichung von Gartenarchitekten zu zahlen, nur weil diese einen Wettbewerb gewonnen haben, während die Berliner Infrastruktur (Straßen, Brücken), Kitas und Schulen verrotten!

Sitzkiesel
Sitzkiesel ersetzen im Ottopark sowie im kleinen Tiergarten die bestehenden Bänke.
Sie sollen widerstandsfähiger sein, da sie vollständig aus Beton sind.

Das Stadtplanungbüro sieht in den Sitzkieseln identitätsstiftende Elemente, die sich in Dimension und Form den Heckenkörpern annähern, aber auch praktische bespielbare und nutzbare Sitzmöbel sind, so der Bund der Steuerzahler (Video)[4].

Anwohnerinnen beschreiben diese Sitzkiesel eher als graue, monströse Betonklötze.

In dem 2014 veröffentlichten Schwarzbuch hat der Bund der Steuerzahler Berlin e.V.[3] bereits in Frage gestellt, ob es wirklich notwendig war, hier soviel Geld für Sitzmöbel auszugeben.

Über Alexander Freitag
Alexander Freitag[2] zog im Herbst 2011 als Bezirksverordneter für die PIRATEN Berlin-Mitte in die Bezirksverordnetenversammlung Mitte ein. Seit Mai 2013 ist er der Fraktionsvorsitzende von ingesamt 4 Bezirksverordneten der PIRATEN Berlin-Mitte.
An der technischen Universität Berlin studiert der 26jährige Alexander Freitag Verkehrswesen.
Er ist unter anderem Mitglied im Hauptausschuss sowie Schulausschuss und ist Vorsitzender des Ausschusses Transparenz und Bürgerbeteilung.

Autor: @icke2AIDA

Links:
[1] zur Drucksache 1860/IV „Sitzkiesel evaluieren“: https://www.berlin.de/ba-mitte/politik-und-verwaltung/bezirksverordnetenversammlung/online/vo020.asp?VOLFDNR=6488
[2] mehr über Alexander Freitag: http://piratenfraktion-berlin-mitte.de/daten/verordnete/alexander-freitag/
[3] zur Webseite vom Bund des Steuerzahlers Berlin e.V.: http://www.steuerzahler-berlin.de/
[4] Video vom Bund der Steuerzahler vom 07.10.2014: „Schwarzbuch 2014: Wie viele Sitzkiesel braucht man, um Identität zu stiften?“: http://youtu.be/eYBgLZJhd3I
[5] Artikel Berliner Zeitung am 07.102014: „Berliner Fälle im Steuerzahler-Schwarzbuch“: http://www.berliner-zeitung.de/berlin/geldverschwendung-berliner-faelle-im-steuerzahler-schwarzbuch,10809148,28669848.html
[6] Mail vom 15.01.2015 vom Bund der Steuerzahler: http://www.piraten-mitte.de/wp-content/uploads/2015/01/150116_Mail_BdSt_KRaus_Alexander.pdf


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